KarriereFür Talente31. August 2026·3 Min. Lesezeit

Wie viel bin ich wert? Gehaltsübersicht für Buchhalter:innen und Controller:innen in der Ostschweiz

Jeremias Bär
Jeremias Bär
Talent Scout & Co-Founder talentgate
Nachdenkliche Fachkraft am Arbeitsplatz reflektiert über ihren Marktwert und die eigene Karriereplanung

Den eigenen Marktwert zu kennen ist eigentlich eine der nützlichsten Informationen, die eine Fachkraft haben kann. Trotzdem verhalten sich viele Fachkräfte so, als wäre das eine Frage, die man besser nicht stellt. Ein Tabuthema. Man weiss zwar, wie hoch der eigene Lohn ist. Wie viel hingegen andere verdienen und wie viel Unternehmen bereit wären zu zahlen, das bleibt meist eine ungeklärte Lücke. 

Diese Wissenslücke hat nicht unerhebliche Konsequenzen. Wer jahrelang im selben Unternehmen bleibt, erhält zwar regelmässig Lohnerhöhungen, die sich durchaus an der allgemeinen Teuerung orientieren, nicht aber am Markt. So betrugen die Nominallohnerhöhungen in der Schweiz im Jahr 2025 im Schnitt gerademal 1,8%.¹ Demgegenüber bringen externe Jobwechsel erfahrungsgemäss Gehaltssprünge von 10 bis 15%.² Die Differenz zwischen diesen Entwicklungen ist real und sie wächst mit jedem Jahr. 

Dieser Artikel gibt einen faktenbasierten Überblick über die aktuellen Marktgehälter im Finanz- und Rechnungswesen in der Schweiz und der Ostschweiz, erklärt die Faktoren, die den Lohn am stärksten beeinflussen und zeigt, was diese Zahlen für die eigene Karriereplanung bedeuten. 

1. Wie viel Buchhalter:innen in der Schweiz verdienen

Der Begriff «Buchhalter:in» umfasst ein relativ breites Spektrum: Von Sachbearbeiter:in Buchhaltung bis zu Leiter:in Rechnungswesen unterscheiden sich Verantwortung, Ausbildungsanforderungen und Gehalt erheblich. Die folgende Übersicht orientiert sich an der Robert Walters Gehaltsstudie 2025 und der Careerplus Salärstudie 2025⁶, beides Schweizer Primärquellen mit Bezug auf aktuelle Marktdaten.³’⁴

Gehaltsübersicht Buchhaltung Schweiz 2025: Bruttojahresgehälter von CHF 54'000 für Sachbearbeiter:innen bis CHF 160'000 für Leiter:innen Rechnungswesen, basierend auf Robert Walters, Careerplus und lohnanalyse.ch

*Bruttojahresgehalt inkl. 13. Monatslohn, ohne Bonus. Stark abhängig von Branche, Unternehmensgrösse und Region.

Die Careerplus Salärstudie 2025⁶ liefert zudem eine bemerkenswerte Feststellung: Buchhalter:innen mit eidgenössischem Fachausweis verdienen mit einem Medianlohn von CHF 98'000 am besten und liegen damit sogar noch vor den Fachkräften mit Hochschulabschlüssen. Ein Bachelordiplom schlägt mit CHF 94'000 zu Buche, wohingegen ein Masterdiplom mit CHF 91'000 hinten an steht.⁴ Berufsbezogene Weiterbildung zahlt sich im Finanzwesen damit direkter aus als ein akademischer Abschluss.

2. Wie viel Controller:innen in der Schweiz und in der Ostschweiz verdienen

Im Vergleich zum Berufsbild Buchhalter:in ist Controller:in noch breiter und die Gehaltsspanne entsprechend grösser, wie die nachfolgende Übersicht über die aktuellen Marktwertdaten in der Schweiz zeigt. Wer Führungsverantwortung trägt oder in grösseren Unternehmen tätig ist, wird deutlich höher entlohnt als jemand, der in einem KMU die Berichterstattung verantwortet.

Gehaltsübersicht Controlling Schweiz 2025: Bruttojahresgehälter von CHF 80'000 für Junior Controller:innen bis CHF 180'000 für Leiter:innen Controlling, basierend auf Glassdoor, Careerplus und jobs.ch

*Bruttojahresgehalt inkl. 13. Monatslohn, ohne Bonus. Stark abhängig von Führungsverantwortung, Branche und Unternehmensgrösse.

Die Careerplus Salärstudie 2025⁶ schlüsselt die Gehälter nach Region auf und liefert konkrete Zahlen für die Ostschweiz. Bei Controller:innen (3 bis 7 Jahre) liegt der Medianlohn in der Ostschweiz bei CHF 103'547 und damit unter dem nationalen Durchschnitt. Zum Vergleich: in Zürich liegt dieser bei CHF 112'047, in der Nordwestschweiz bei CHF 117'394.⁵

Auf Leitungsebene (Leiter:in Controlling) ist der regionale Unterschied noch ausgeprägter. In der Ostschweiz beträgt hier der Medianlohn CHF 131'787. Der Kanton Tessin liegt mit CHF 116'495 als einzige Region tiefer, während die Nordwestschweiz mit über CHF 155'000 die höchsten Werte ausweist.⁵

Ostschweiz: Solide Basis, mit Potential nach oben

Der regionale Gehaltsunterschied zu Zürich oder Basel ist durchaus real; es wird allerdings oft überschätzt. Denn gleichzeitig ist das Kostenniveau in der Ostschweiz in Bereichen wie Wohnen und Pendeln tief genug, um die Differenz deutlich abzufedern. Wer mehr verdienen möchte, ohne zu pendeln oder umzuziehen, hat über den internen Aufstieg oder den gezielten Wechsel innerhalb der Region vielversprechende Aussichten.

3. Die grosse Lücke: interne Lohnrunde versus Markt

Das Verständnis des eigenen Marktwerts wird besonders relevant, wenn man die interne Lohnentwicklung mit dem Markt vergleicht.

Gemäss der Ostschweizer Beratungsfirma know.ch AG lag die durchschnittliche Lohnerhöhung für Finanzprofile im Jahr 2025 bei 1,45%.¹ Das Bundesamt für Statistik bestätigt für 2025 einen Nominallohnanstieg von 1,8%.⁷ Demgegenüber bringen externe Jobwechsel in der Schweiz erfahrungsgemäss Lohnsprünge von 10 bis 15%.²’⁹ Und eine Studie von Robert Half zeigt: 17% der befragten Arbeitnehmer:innen in der Schweiz mussten für ihre letzte Gehaltserhöhung das Unternehmen wechseln; intern hätten sie keine erhalten.⁸

Ein einfaches Rechenbeispiel:

Eine erfahrene Buchhalterin verdient CHF 88'000. Sie erhält jährlich 1,5% Lohnerhöhung. Nach fünf Jahren beträgt der Jahreslohn CHF 94'772. Mit einem Jobwechsel mit 12% Gehaltssprung würde sie demgegenüber direkt auf CHF 98'560 springen. Die Differenz nach fünf weiteren Jahren mit derselben Logik summiert sich auf über CHF 25'000.

Das bedeutet nicht, dass jede Fachkraft wechseln sollte. Es bedeutet, dass der eigene Marktwert eine Information ist, die man kennen sollte und zwar unabhängig davon, was man damit macht. Wer weiss, wo er oder sie im Markt steht, kann eine bewusste Entscheidung treffen: bleiben, verhandeln oder wechseln. Wann allerdings der «richtige Zeitpunkt» für einen Jobwechsel gekommen ist, erklärt unser Blogbeitrag: «Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Jobwechsel?».

4. Einflussfaktoren auf die Gehaltshöhe

Hinter den Durchschnittswerten stecken erhebliche individuelle Unterschiede. Die Careerplus Salärstudie 2025⁶ zeigt auf, welche Faktoren den grössten Einfluss auf das Gehalt haben:⁴’⁵

  •  Berufserfahrung. Der stärkste einzelne Treiber. Wer fünf Jahre Erfahrung mitbringt, verdient in der Buchhaltung durchschnittlich rund 15 bis 20% mehr als beim Einstieg. Erfahrung schlägt Alter. Was zählt, sind die erworbenen Kompetenzen und nicht die Dienstjahre im selben Unternehmen.

  • Ausbildung und Weiterbildung. Wie oben erwähnt, zahlt sich der eidgenössische Fachausweis im Finanzprofil Buchhaltung direkt aus. Demgegenüber spielt im Controlling der Abschluss eine wichtigere Rolle: Ein Master oder ein spezialisierter Lehrgang (CAS, NDS, CFA) öffnet Türen zu höheren Funktionen und Gehaltsklassen.

  • Führungsverantwortung. Bei Leiter:innen Controlling steigt der Medianlohn bereits mit der Führung von 1 bis 4 Mitarbeitenden auf CHF 145'000. Mit über 10 Mitarbeitenden auf CHF 150'000.⁵ Der Schritt in die Führungsverantwortung ist finanziell einer der wirksamsten Hebel.

  • Unternehmensgrösse und Branche. Grosse Unternehmen, internationale Konzerne und regulierte Branchen, wie Banken oder Versicherungen, zahlen im Inland mehr als KMU. Innerhalb der Ostschweiz gibt es zwischen einem Mittelstandunternehmen und einem exportorientierten Industriekonzern erhebliche Unterschiede.

  • Region. In Zürich, Genf und Basel ist der Lohn durchschnittlich höher als in der Ostschweiz. Der Unterschied ist real, wird aber, wie oben erklärt, durch das Kostenniveau der Regionen teilweise ausgeglichen.

5. Schlussfolgerung für die eigene Karriereplanung

Marktwissen ist Verhandlungsmacht. Wer sich mit konkreten Zahlen aus verlässlichen Quellen auseinandersetzt, tritt in einem Gehaltsgespräch mit dem aktuellen Arbeitgeber ganz anders auf als jemand, der nur das eigene Gehalt kennt.

Gleichzeitig ist Marktwissen ein möglicher erster Schritt zur Entscheidung, ob ein Wechsel sinnvoll ist oder nicht. Eine Fachkraft, die CHF 88'000 verdient und erst über einen Vergleich feststellt, dass der Markt für ihre Funktion und Erfahrung zwischen CHF 98'000 bis 105'000 bezahlen würde, hat nun eine konkrete Entscheidungsgrundlage. Sie kann beispielsweise intern ansprechen, was ihr fehlt. Sie kann zudem auch erkunden, was in einem anderen Unternehmen möglich ist (eine kluge Möglichkeit hierfür ist die passive Jobsuche, mehr dazu in unserem Blogbeitrag: «Passiv suchen, aktiv wechseln – die klügere Strategie für Fachkräfte im Finanzwesen»). Oder sie kann nach entsprechender Abwägung voller Überzeugung zum Schluss gelangen, dass das aktuelle Verhältnis trotz Lohneinbusse für sie stimmt.

Der wichtigste Schritt ist der erste: zu wissen, wo man steht.

Marktfeedback mit nur einer Bewerbung: Wie talentgate hilft

Eine der diskreten Möglichkeiten, den eigenen Marktwert einzuschätzen, ist die Aufnahme in einen kuratierten Talentpool. Im persönlichen Gespräch mit talentgate erfahren Buchhalter:innen und Controller:innen in der Ostschweiz, wie der Markt ihre Qualifikation und Erfahrung konkret einschätzt. Und zwar ohne öffentliche Sichtbarkeit, ohne aktive Stellensuche und ohne Verpflichtung. Es ist ein kostenloses Marktfeedback in seiner diskreten Form.

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Jeremias Bär
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Aron Büche
Aron Büche
Co-Founder talentgate